Ein Bitcoin Bullenmarkt ist eine Marktphase, in der der Bitcoin-Kurs über Monate hinweg steigt und dabei immer höhere Hochs und immer höhere Tiefs bildet. Entscheidend ist die Struktur des Trends, nicht ein einzelner Prozentwert. Genau daran scheitert die Definition aus dem Aktienmarkt: Dort gilt ein Plus von 20 Prozent vom Tief als Beginn eines Bullenmarkts. Bei Bitcoin ist eine Bewegung dieser Grössenordnung Alltag. Sie sagt über die Marktphase fast nichts aus.
In diesem Artikel erfährst du, wie sich Bullenmarkt, Bärenmarkt und Bullrun unterscheiden, wie lange die bisherigen vier Zyklen dauerten und ob der Vier-Jahres-Rhythmus überhaupt noch gilt.
Was ist ein Bitcoin-Bullenmarkt?
Ein Bitcoin Bullenmarkt ist eine Phase, in der der Bitcoin-Kurs über Monate hinweg steigt und dabei immer höhere Hochs und höhere Tiefs bildet. Die aus dem Aktienmarkt bekannte 20-Prozent-Regel greift bei Bitcoin nicht: Ein Plus von 20 Prozent ist hier normale Volatilität und kein Trendwechsel.
Die Frage «Was ist ein Bitcoin Bullenmarkt» wird in vielen Quellen mit einem Prozentwert beantwortet. Das führt in die Irre. Umgangssprachlich ist die Bedeutung des Begriffs weit gefasst: Steigt der Kurs, ist Bullenmarkt. Eine brauchbare Definition beschreibt dagegen, wie sich der Kurs bewegt, und nicht wie weit er gestiegen ist.
Warum die 20-Prozent-Regel bei Bitcoin nicht funktioniert
Die 20-Prozent-Regel ist keine aufsichtsrechtliche Definition, sondern eine Konvention aus Finanzpresse und Indexanalyse. S&P Dow Jones Indices wendet sie an, datiert einen Bullenmarkt aber rückwirkend auf das vorherige Tief und nicht auf den Tag, an dem die 20 Prozent überschritten werden. Ein Rückgang von 10 bis 19,9 Prozent gilt nach der Einordnung der US-Aufsichtsbehörde FINRA als Korrektur und nicht als Bärenmarkt.
Bei Bitcoin ist diese Schwelle wertlos. NYDIG zählte allein im Aufwärtszyklus bis zum Allzeithoch 2021 zehn Rückgänge von jeweils mindestens 10 Prozent. Wer jeden Rücksetzer von 20 Prozent als Trendwechsel liest, hätte in jedem bisherigen Bitcoin Bullenmarkt mehrfach das Ende ausgerufen.
Drei Bedingungen für einen Bitcoin Bullenmarkt
- Höhere Hochs und höhere Tiefs im Wochenchart über mehrere Monate.
- Ein Kurs oberhalb des langfristigen Durchschnitts, meist gemessen am 365-Tage-Durchschnitt.
- Steigende Nachfrage nach Bitcoin statt steigender Hebelwirkung an den Terminmärkten.
Erfüllt der Markt alle drei Punkte über mehrere Monate, sprechen Analysten von einem Bullenmarkt. Ob das gerade zutrifft, ist eine eigene Frage, und die beantworten wir hier nicht: sind wir aktuell im Bitcoin Bullenmarkt.
Was ist der Unterschied zwischen Bullenmarkt und Bärenmarkt?
Im Bullenmarkt steigen die Kurse über einen längeren Zeitraum, im Bärenmarkt fallen sie. Bei Bitcoin dauerten die bisherigen Bullenmärkte jeweils rund 35 Monate, die Bärenmärkte rund 12 bis 14 Monate. Auf jeden Bullenmarkt folgte bisher ein Bärenmarkt, auf jeden Bärenmarkt ein neues Allzeithoch.

Was ist ein Bitcoin Bullenmarkt im direkten Vergleich zum Bärenmarkt? Vor allem länger. Der Unterschied liegt nicht nur in der Richtung, sondern im Tempo: Bei Bitcoin dauerte der Aufstieg bisher rund dreimal so lange wie der Abstieg.
Warum heissen sie Bullen- und Bärenmarkt?
Der Bär kam zuerst. Im Londoner Börsenhandel des 18. Jahrhunderts galt das Sprichwort, man solle das Bärenfell nicht verkaufen, bevor man den Bären gefangen hat. Händler, die Papiere verkauften, die sie noch nicht besassen, hiessen «bearskin jobbers», später kurz «bears». Der erste gedruckte Beleg findet sich 1709 bei Richard Steele im «Tatler». Der Bulle entstand später als Gegenbegriff, wahrscheinlich aus den damals verbreiteten Tierkämpfen.
Das bekannte Bild vom Bullen, der mit den Hörnern nach oben stösst, und vom Bären, der mit der Tatze nach unten schlägt, ist eine gute Merkhilfe. Als Ursprung der Begriffe ist es nicht belegt.
Bullenmarkt oder Bullrun? Der Unterschied kurz erklärt
Ein Bullenmarkt beschreibt den gesamten mehrjährigen Aufwärtstrend, ein Bullrun nur die steilste Phase darin, meist die letzten sechs bis zwölf Monate vor dem Allzeithoch. Umgangssprachlich werden beide Begriffe gleich verwendet. Gemeint ist dann fast immer der Bullrun.
Was ist ein Bitcoin Bullenmarkt, was ein Bullrun, und wo endet eine Rally? Für keinen der drei Begriffe gibt es eine offizielle Definition. Die folgende Einteilung ist die im Markt gängige.

Was ist ein Bullrun also konkret? Die steilste Teilstrecke eines Bullenmarkts, nicht der Bullenmarkt selbst. Wichtig ist vor allem die Unterscheidung zwischen Rally und Bullenmarkt: Eine Rally kann mitten im Bärenmarkt stattfinden und sieht dort besonders überzeugend aus.
Welche Phasen hat ein Bitcoin-Zyklus?
Ein Bitcoin-Zyklus verlief bisher in vier Phasen: Akkumulation, Bullenmarkt, Distribution und Bärenmarkt. Ein vollständiger Durchlauf dauerte rund vier Jahre und orientierte sich zeitlich am Bitcoin Halving. Das Modell stammt nicht aus dem Bitcoin-Markt, sondern aus der Börsenanalyse von Richard D. Wyckoff.
Was ist ein Bitcoin Bullenmarkt im Verhältnis zum ganzen Zyklus? Eine von vier Phasen, nicht der Zyklus selbst. Diese Unterscheidung geht in der Berichterstattung oft verloren, weil der Bitcoin Marktzyklus meist mit seiner Aufwärtsphase gleichgesetzt wird.
Phase 1: Akkumulation
Der Kurs läuft nach dem Ausverkauf des Bärenmarkts über Monate seitwärts, ohne erkennbare Richtung. Langzeit-Halter bauen in dieser Phase Bestände auf und nehmen das Angebot derjenigen ab, die aufgegeben haben. Die Stimmung ist nicht negativ, sondern gleichgültig: Bitcoin verschwindet aus den Schlagzeilen, das Handelsvolumen fällt. Beobachtbar ist das am Anteil jener Bitcoin, die seit über einem Jahr nicht bewegt wurden. Er steigt in der Akkumulationsphase, weil Coins von kurzfristigen Händlern zu langfristigen Haltern wechseln und dort liegen bleiben.
Phase 2: Bullenmarkt
Der Kurs bildet höhere Hochs und höhere Tiefs. Rücksetzer von 20 bis 30 Prozent gehören dazu und beenden den Trend nicht. Langzeit-Halter verhalten sich still, ihre Bestände bleiben über weite Strecken unangetastet. Die Stimmung dreht langsam von Skepsis zu Zuversicht, bis Bitcoin wieder in Medien auftaucht, die sich sonst nicht dafür interessieren. Die einfachste beobachtbare Kennzahl ist der 365-Tage-Durchschnitt: Solange der Kurs darüber liegt und der Durchschnitt selbst steigt, bleibt die Trendstruktur intakt.
Phase 3: Distribution
Der Kurs läuft nahe am Hoch seitwärts. Mehrere Anläufe auf ein neues Allzeithoch scheitern, ohne dass der Markt deutlich fällt. Langzeit-Halter verkaufen jetzt in die Stärke hinein, also genau dann, wenn die Nachfrage am grössten ist. Die Stimmung ist euphorisch, Kursziele werden lauter und höher. Beobachtbar wird die Phase an den Abgaben aus Beständen, die jahrelang nicht bewegt wurden. Wenn alte Coins in Bewegung kommen, während der Kurs stagniert, ist das ein Hinweis auf Distribution.
Phase 4: Bärenmarkt
Der Kurs bildet tiefere Hochs und tiefere Tiefs, bei Bitcoin bisher über rund 12 bis 14 Monate. Langzeit-Halter kaufen wieder zu, oft schon lange vor dem Tief. Die Stimmung reicht von Enttäuschung bis Kapitulation, und die Frage, ob Bitcoin überhaupt eine Zukunft hat, kommt zuverlässig zurück. Eine gut beobachtbare Kennzahl ist der Anteil der Bitcoin, die unter ihrem Einstandspreis liegen. Steigt er stark, ist die Kapitulationsphase meist nicht mehr weit.
Wie lange dauert ein Bitcoin Bullenmarkt?
Die bisherigen Bitcoin Bullenmärkte dauerten jeweils rund 35 Monate vom Zyklustief bis zum Allzeithoch. Der letzte begann im November 2022 und endete am 6. Oktober 2025 bei einem Allzeithoch von 126’198 US-Dollar. Die Bärenmärkte davor dauerten jeweils rund 12 bis 14 Monate.

Zu den Werten: Die Allzeithochs von 2013 und 2017 unterscheiden sich je nach Börse und Index um mehrere Prozent. Angegeben sind Indexwerte. Auf Mt. Gox lag das Hoch 2013 bei bis zu 1’242 US-Dollar, auf Coinbase das Hoch 2017 bei 19’891 US-Dollar. Noch vor der ersten Zeile dieser Tabelle fiel der Kurs 2011 von rund 32 auf rund 2 US-Dollar, ein Rückgang von etwa 93 Prozent.
Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Aus den Mustern der Vergangenheit lässt sich nicht ableiten, wie sich der Bitcoin-Preis künftig entwickelt.
Wann war der letzte Bitcoin Bullenmarkt?
Der letzte Bitcoin Bullenmarkt endete am 6. Oktober 2025 mit einem Allzeithoch von 126’198 US-Dollar. Begonnen hatte er im November 2022, was einer Dauer von rund 35 Monaten entspricht. Damit lag er im selben Rahmen wie die beiden Zyklen davor.
Drei Muster in den historischen Daten
- Die Drawdowns wurden flacher. Vom Allzeithoch bis zum nächsten Zyklustief verlor Bitcoin rund 93, dann 86, dann 84 und schliesslich rund 77 Prozent.
- Dreimal in Folge lagen rund 35 Monate zwischen Zyklustief und nächstem Allzeithoch, gerechnet rund 1’050 bis 1’064 Tage. Die exakte Zahl unterscheidet sich je Zyklus, die Grössenordnung nicht.
- Jedes Zyklustief lag höher als das Tief des vorherigen Zyklus: rund 2, dann rund 152, dann 3’122 und schliesslich 15’476 US-Dollar.
Ein viertes Muster wird seltener genannt: Der prozentuale Anstieg wurde von Zyklus zu Zyklus kleiner, von rund 58’000 Prozent im ersten auf rund 716 Prozent im letzten abgeschlossenen Zyklus. Wer die grossen Prozentzahlen der Frühphase als Erwartung in die Zukunft überträgt, rechnet gegen die eigenen Daten.
Vier Zyklen sind eine dünne Datenbasis. Ein Muster, das sich dreimal wiederholt hat, ist noch keine Regel.
Warum steigt der Bitcoin-Kurs alle vier Jahre?
Der Vier-Jahres-Rhythmus geht auf das Bitcoin Halving zurück, bei dem sich die Menge neuer Bitcoin pro Block halbiert. Nach jedem der bisherigen Halvings folgte mit rund 12 bis 18 Monaten Verzögerung ein neues Allzeithoch. Ein Automatismus ist das nicht: Vier Datenpunkte tragen keine Regel.
Das Halving und die Angebotsverknappung
Alle 210’000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre, halbiert sich die Belohnung für einen neu gefundenen Block. Im November 2012 sank sie von 50 auf 25 Bitcoin, im Juli 2016 auf 12,5, im Mai 2020 auf 6,25 und im April 2024 bei Blockhöhe 840’000 auf 3,125 Bitcoin. Die Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin steht im Protokoll und lässt sich nicht per Beschluss ändern.
Die Logik dahinter ist einfach: Weniger neue Bitcoin pro Tag treffen auf eine Nachfrage, die mindestens gleich bleibt. Der Abstand zwischen Halving und folgendem Allzeithoch lag bisher zwischen rund 12 und 18 Monaten. Nach dem Halving 2016 waren es 526 Tage, nach dem Halving 2020 rund 548 Tage.
Der Zyklus als sich selbst erfüllende Prophezeiung
Das Muster ist so bekannt, dass Marktteilnehmer danach handeln. Wer erwartet, dass 12 bis 18 Monate nach dem Halving ein Hoch kommt, positioniert sich entsprechend, und genau das kann das Muster verstärken. Wie viel vom Vier-Jahres-Zyklus auf die Angebotsverknappung zurückgeht und wie viel auf das Verhalten der Marktteilnehmer, lässt sich aus vier Zyklen nicht trennen.
Der laufende Zyklus lieferte dazu eine Abweichung: Erstmals in der Geschichte von Bitcoin fiel ein Allzeithoch in die Zeit vor dem Halving, im März 2024. Laut CoinGecko Research war die Nachfrage aus den kurz zuvor zugelassenen Spot-ETFs dafür verantwortlich. Das eigentliche Zyklushoch kam später und blieb im erwarteten Zeitfenster.
Ist der Bitcoin Vier-Jahres-Zyklus gebrochen?
Darüber gibt es keinen Konsens. Die Analysten von Bernstein um Gautam Chhugani argumentieren, dass Spot-ETFs und institutionelle Käufer den Zyklus verlängert haben. Dagegen spricht, dass der Verlauf seit dem Halving 2024 bisher dem alten Muster gefolgt ist.
Argumente für einen Bruch des Musters:
- Bernstein schrieb in einer Kundennotiz vom 26. August 2026, der Bitcoin-Zyklus habe das Vier-Jahres-Muster verlassen und befinde sich in einem verlängerten Aufwärtszyklus. Begründung: Institutionelle Käufer federn den Verkaufsdruck aus dem Privatanlegersegment ab.
- 21Shares verweist darauf, dass der Rückgang im laufenden Zyklus etwa halb so tief ausfiel wie die 75 bis 85 Prozent früherer Zyklen, und dass der Anteil der Bitcoin, die seit über zwölf Monaten nicht bewegt wurden, hoch bleibt.
- Eric Balchunas von Bloomberg beobachtet, dass Bitcoin-ETFs und Gold-ETFs gemeinsam in die Spitzengruppe der umsatzstärksten ETFs zurückgekehrt sind, was auf eine andere Käuferschicht als in früheren Zyklen hindeutet.
Argumente gegen einen Bruch des Musters:
- Fidelity rechnet vor, dass das Allzeithoch vom 6. Oktober 2025 genau dort lag, wo ein normaler Vier-Jahres-Zyklus es erwarten liess: rund 18 Monate nach dem Halving.
- Ki Young Ju, Gründer von CryptoQuant, wies im August 2026 darauf hin, dass der Bull Score Index im neutralen Bereich lag und ein klarer Bullrun noch nicht begonnen hatte.
- Matthew Sigel von VanEck verwies Mitte August 2026 auf Glassnode-Daten, nach denen Langzeit-Halter weiter Bestände abgaben.
Beide Seiten arbeiten mit denselben vier Zyklen. Der Unterschied liegt in der Bewertung einer einzigen Frage: Hat die ETF-Nachfrage die Angebotsstruktur dauerhaft verändert, oder ist der flachere Rückgang im laufenden Zyklus die Fortsetzung eines Trends, der schon vorher sichtbar war? Ist der Bitcoin Zyklus gebrochen? Wer das mit Sicherheit beantwortet, überschätzt vier Datenpunkte. Mehr dazu im Vertiefungsartikel zum Streit über den Bitcoin-Zyklus.
Woran erkennt man den Beginn eines Bitcoin Bullenmarkts?
Drei Signalgruppen gelten als Hinweis: ein Kurs über dem 365-Tage-Durchschnitt, On-Chain-Kennzahlen wie der Bull Score Index von CryptoQuant über 60 Punkten, und anhaltende Netto-Zuflüsse in Spot-ETFs. Sicher datieren lässt sich der Beginn eines Bullenmarkts erst im Rückblick.
Der 365-Tage-Durchschnitt ist die langfristige Trennlinie zwischen sich verbessernden und sich verschlechternden Marktbedingungen. CryptoQuant betrachtet einen Wochenschluss darüber als Bestätigung eines neuen Aufwärtstrends.
Der Bull Score Index von CryptoQuant fasst zehn On-Chain- und Marktkennzahlen zu einem Wert zwischen 0 und 100 zusammen. Über 60 Punkten gilt der Markt als bullisch, unter 40 als struktureller Bärenmarkt, dazwischen als neutral.
Die Netto-Zuflüsse in Spot-ETFs zeigen, ob neues Kapital in den Markt kommt oder abgezogen wird. Farside Investors und SoSoValue veröffentlichen diese Zahlen täglich und je Fonds.
Den aktuellen Bitcoin-Kurs siehst du jederzeit. Für die Einordnung der Marktphase brauchst du aber den Verlauf über Monate, nicht den Stand von heute. Wer ohnehin über mehrere Zyklen hinweg echte Bitcoin kaufen und selbst verwahren will, braucht diese Einordnung nicht.
Einen Bitcoin Bullenmarkt erkennen die meisten erst, wenn er weit fortgeschritten ist. Kein einzelnes Signal reicht aus, alle drei können über Wochen widersprüchliche Bilder liefern, und es bleiben Anzeichen statt Beweise. Wie die Signale aktuell stehen, schauen wir uns in einem separaten Artikel an: sind wir aktuell im Bitcoin Bullenmarkt.
Was passiert nach einem Bitcoin Bullenmarkt?
Auf jeden bisherigen Bitcoin Bullenmarkt folgte ein Bärenmarkt. Die Rückgänge vom Allzeithoch lagen bei den abgeschlossenen Zyklen zwischen 77 und 93 Prozent und wurden von Zyklus zu Zyklus flacher. Jedes Zyklustief lag bisher höher als das Tief des vorherigen Zyklus.
Was passiert nach dem Bullenmarkt: Historisch folgte jedes Mal ein Bärenmarkt, und zwar ohne Ausnahme. Für die Bewertung kommt es auf den Zeithorizont an. Wer zum Zyklushoch kaufte und im folgenden Bärenmarkt verkaufte, realisierte in jedem bisherigen Zyklus einen deutlichen Verlust. Wer Bitcoin nach dem Bullenmarkt über mehrere Zyklen hielt, sah die tieferen Tiefs jeweils oberhalb der Tiefs des Vorzyklus.
Nach dem Bärenmarkt folgte bisher jeweils eine Akkumulationsphase, in der der Kurs monatelang seitwärts lief. Diese Phase gilt im Rückblick als die unauffälligste und war jeweils die Basis des nächsten Aufwärtszyklus. Ob sich dieses Muster wiederholt, weiss niemand. Vier Durchläufe reichen nicht für eine statistische Aussage, und die historische Wertentwicklung ist kein Indikator für die künftige.
Soll man im Bullenmarkt Bitcoin kaufen?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten und ist keine Anlageempfehlung. Historisch war Market Timing selten erfolgreich, weil dafür zwei Zeitpunkte richtig getroffen werden müssen: der Ausstieg und der Wiedereinstieg. Ein Sparplan verteilt den Einstieg über den gesamten Zyklus.
Warum Market Timing historisch selten funktioniert
Eine Untersuchung von Hartford Funds auf Basis von Daten von Ned Davis Research und Morningstar zeigt für den US-Aktienmarkt: Wer in den vergangenen 30 Jahren die zehn besten Börsentage verpasste, reduzierte seine Rendite um mehr als die Hälfte. Wer die 30 besten Tage verpasste, verlor 84 Prozent der Rendite. Die entscheidende Zahl aus derselben Untersuchung: 76 Prozent der besten Börsentage fielen in einen Bärenmarkt oder in die ersten zwei Monate eines Bullenmarkts.
J.P. Morgan Asset Management kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Sieben der zehn besten Handelstage der letzten 20 Jahre lagen innerhalb von zwei Wochen um die zehn schlechtesten Tage.
Diese Zahlen stammen aus dem Aktienmarkt. Für Bitcoin gibt es keine vergleichbar lange Datenreihe. Das Grundproblem ist aber dasselbe, und bei höherer Volatilität eher grösser.
Sparplan statt Einmalanlage
Ein Sparplan liefert im Durchschnitt keine höhere Rendite als eine Einmalanlage, und das gehört offen gesagt. Eine Untersuchung von Vanguard (Megan Finlay und Josef Zorn, Februar 2023) über rollierende Einjahresperioden von 1976 bis 2022 zeigt: Die Einmalanlage schlug den über zwölf Monate verteilten Einstieg in 61,6 bis 73,7 Prozent der Fälle. Der Grund ist banal. Märkte steigen häufiger als sie fallen, und wer Kapital in Cash parkt, verzichtet auf diese Zeit.
Bitcoin im Bullenmarkt kaufen heisst per Definition, zu höheren Kursen einzusteigen als in der Akkumulationsphase davor. Nur weiss man das erst hinterher. Der Nutzen eines Sparplans liegt genau hier. Du musst nicht entscheiden, in welcher Marktphase du dich befindest, und du musst dich nicht darauf verlassen, dass deine Einschätzung stimmt. Wer sich unsicher ist, ob gerade Akkumulation, Bullenmarkt oder Distribution läuft, kauft mit einem Sparplan in allen Phasen.
Mit einem Bitcoin Sparplan bei Relai kaufst du automatisch in festen Intervallen, täglich, wöchentlich oder monatlich. Die Bitcoin landen direkt in einer Wallet, auf die nur du Zugriff hast. Wenn du stattdessen einmalig einsteigen willst, kannst du bei Relai auch direkt Bitcoin kaufen und selbst verwahren.
Fazit
Was ist ein Bitcoin Bullenmarkt? Eine Marktphase, die sich über die Trendstruktur definiert und nicht über einen Prozentwert. Höhere Hochs, höhere Tiefs, über Monate hinweg. Die 20-Prozent-Regel aus dem Aktienmarkt lässt sich auf Bitcoin nicht übertragen, weil eine Bewegung dieser Grössenordnung hier zum Normalbetrieb gehört.
Die bisherigen Bitcoin Bullenmärkte dauerten jeweils rund 35 Monate vom Zyklustief bis zum Allzeithoch, die Bärenmärkte danach rund 12 bis 14 Monate. Das Vier-Jahres-Muster hat sich nach dem Halving 2024 zunächst bestätigt, ist inzwischen aber umstritten. Bernstein sieht einen verlängerten Zyklus, Fidelity sieht das alte Muster am Werk. Beide arbeiten mit denselben vier Datenpunkten.
Für langfristige Sparer ist die praktische Konsequenz kleiner, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Wer über mehrere Zyklen hinweg kauft, muss die Marktphase nicht bestimmen können. Wer sie bestimmen will, braucht zwei richtige Entscheidungen statt einer.
Wer unabhängig von der Marktphase echte Bitcoin aufbauen und selbst verwahren will, findet in der Bitcoin-Investment-App von Relai einen direkten Weg.
Häufig gestellte Fragen zum Bitcoin Bullenmarkt
Wie viele Bitcoin Bullenmärkte gab es bisher?
Bitcoin hat bisher vier Aufwärtszyklen durchlaufen, die jeweils mit einem Allzeithoch endeten: 2013, 2017, 2021 und 2025. Rechnet man die frühe Aufwärtsphase 2011 dazu, kommt man auf fünf. Da Bitcoin erst 2009 startete, ist die Datenbasis für statistische Aussagen klein.
Was bedeutet bullish bei Bitcoin?
Bullish heisst, dass jemand steigende Kurse erwartet. Der Gegenbegriff ist bearish für die Erwartung fallender Kurse. Beide Begriffe beschreiben eine Einschätzung und keine Tatsache. Sie sagen nichts darüber aus, in welcher Marktphase sich Bitcoin tatsächlich befindet.
Wie lange dauert ein Bitcoin Bärenmarkt?
Die bisherigen Bitcoin Bärenmärkte dauerten vom Allzeithoch bis zum Zyklustief rund 12 bis 14 Monate. Vom Hoch 2017 bis zum Tief im Dezember 2018 waren es 363 Tage, vom Hoch 2021 bis zum Tief im November 2022 waren es 376 Tage. Der Bärenmarkt ab 2013 dauerte mit rund 410 Tagen etwas länger.
Kann es einen Bitcoin Bullenmarkt ohne Halving geben?
Ja. Das Halving verknappt das Angebot, es erzeugt aber keine Nachfrage. Im laufenden Zyklus lag ein Allzeithoch erstmals vor dem Halving, im März 2024. Der Kurs bildet Angebot und Nachfrage ab und folgt keinem Kalender.
Wie hoch stieg Bitcoin im letzten Bullenmarkt?
Im letzten Bitcoin Bullenmarkt stieg der Kurs vom Zyklustief bei 15’476 US-Dollar im November 2022 auf 126’198 US-Dollar am 6. Oktober 2025. Das entspricht einem Plus von rund 716 Prozent über rund 35 Monate. Die historische Wertentwicklung sagt nichts über die künftige aus.
Marketingmitteilung. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Der Kauf von Bitcoin ist mit Risiken verbunden, bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die historische Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Bitcoin-Guthaben fallen nicht unter Einlagensicherungs- oder Anlegerentschädigungssysteme.
Haftungsausschluss: Die Relai EU SASU verfügt über eine Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen nach der MiCA-Verordnung, erteilt durch die französische Finanzmarktaufsicht AMF, und bedient auf dieser Grundlage Kundinnen und Kunden in der Europäischen Union. Kundinnen und Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz und in Liechtenstein werden von der Relai AG betreut, die als Finanzintermediär dem VQF angeschlossen ist, einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation nach Geldwäschereigesetz.
