Relai fragt dich in der App nach deinem Steuerland und deiner Steueridentifikationsnummer, kurz TIN. Neue Nutzer sehen die Frage direkt im Onboarding, bestehende Nutzer über einen Hinweis auf der Startseite und per E-Mail.
Warum wir fragen, hängt davon ab, mit welcher Relai-Gesellschaft du einen Vertrag hast. Für Kunden von Relai EU SASU ist es eine gesetzliche Pflicht, die seit dem 1. Januar 2026 gilt. Für Kunden von Relai AG in der Schweiz und ist es Vorbereitung auf eine Pflicht, die in der Schweiz noch nicht aktiv ist. Beides erklären wir hier im Detail.
An deiner eigenen Steuererklärung ändert sich dadurch nichts.
Das Wichtigste in Kürze
- Relai erhebt Steuerland und TIN von allen Nutzern, in der EU als Pflicht, in der Schweiz und als Vorbereitung.
- Für Relai EU gilt DAC8, die EU-Richtlinie zur steuerlichen Zusammenarbeit. Meldepflichtig sind Transaktionen ab dem 1. Januar 2026.
- Für Schweizer Nutzer wird für 2026 nichts gemeldet. Die schweizerischen Krypto-Regeln zum automatischen Informationsaustausch sind dieses Jahr nicht anwendbar.
- Relai bleibt non-custodial. Deine Bitcoin liegen weiterhin in deiner eigenen Wallet, daran ändert die TIN-Erhebung nichts.
Was ändert sich jetzt in der App?
Du wirst einmal nach deinem Steuerland und deiner Steuer-ID gefragt, danach nicht mehr. Die Eingabe dauert weniger als eine Minute.
Es gibt zwei Wege, wie die Nummer zu uns kommt:
- Du gibst sie selbst ein. Nach der Adressprüfung erscheint ein Feld mit dem Namen und dem Format, das in deinem Land gilt, plus eine kurze Erklärung, wo du die Nummer findest. Bestehende Nutzer erreichen denselben Bildschirm über den Hinweis auf der Startseite.
- Wir lesen sie aus deinem Ausweis. In einigen Ländern ist die Steuernummer identisch mit der Ausweisnummer und auf dem Chip gespeichert, den du bei der Identitätsprüfung ohnehin gescannt hast. Wenn das bei dir zutrifft und die Angaben zusammenpassen, fragen wir dich gar nicht.
In den meisten deutschsprachigen Märkten funktioniert Weg 2 nicht, weil die Steuernummer dort nichts mit der Ausweisnummer zu tun hat. Nutzer in der Schweiz, Deutschland und Österreich geben die Nummer deshalb selbst ein.
Warum braucht Relai meine Steueridentifikationsnummer?
Weil sich die Meldepflichten für Krypto-Dienstleister geändert haben. Die OECD hat 2022 einen Meldestandard für Kryptowerte veröffentlicht, das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF). Die EU hat ihn mit der Richtlinie (EU) 2023/2226, bekannt als DAC8, in europäisches Recht übernommen. Die Schweiz setzt ihn über das Bundesgesetz über den internationalen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen um.
Beide Regelwerke funktionieren gleich: Der Anbieter erhebt Steuerwohnsitz und TIN, meldet die Daten an seine nationale Steuerbehörde, und die Behörden tauschen sie untereinander aus. Ohne TIN lässt sich eine Person nicht zuordnen, deshalb steht die Nummer im Zentrum.
Das ist keine Relai-Entscheidung und keine neue Steuer. Jeder lizenzierte Anbieter in der EU hat dieselbe Pflicht.
Was gilt für dich als Kunde von Relai EU?
Für dich ist die Angabe verpflichtend, und deine Transaktionen aus 2026 werden gemeldet.
Warum: DAC8 gilt seit dem 1. Januar 2026 für jeden lizenzierten Krypto-Dienstleister in der EU. Relai EU SASU ist als MiCA-Anbieter in Frankreich zugelassen und fällt darunter.
An wen gemeldet wird: Relai EU SASU ist eine französische Gesellschaft und meldet deshalb an die französische Steuerbehörde DGFiP. Diese leitet die Daten automatisch an die Steuerbehörde deines Wohnsitzlandes weiter.
Was gemeldet wird:
- Wer du bist: Name, Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort, Steuerwohnsitz und TIN
- Deine Aktivität über das Kalenderjahr, aggregiert: gekaufte und verkaufte Bitcoin, Anzahl der Transaktionen, Gesamtbeträge
- Auszahlungen in deine eigene Wallet, einschliesslich der Zieladresse, weil Relai non-custodial arbeitet
Wann: Erfasst werden Transaktionen ab dem 1. Januar 2026. Die erste Meldung an die DGFiP erfolgt 2027, der erste Austausch zwischen den Steuerbehörden bis zum 30. September 2027.
Was wir nicht melden: Was du nach der Auszahlung mit deinen Bitcoin machst, und jede andere Adresse, die du kontrollierst. Wir melden die Transaktionen, die bei Relai stattfinden. Dort endet unsere Meldung.
Deine eigenen Deklarationspflichten in deinem Wohnsitzland ändern sich nicht. DAC8 ist ein Meldeweg zwischen Steuerbehörden, keine neue Abgabe.
Was gilt für dich als Kunde von Relai AG in der Schweiz?
Für 2026 wird über dich nichts gemeldet. Es gibt in der Schweiz dieses Jahr keine Meldung, und die Schweiz tauscht keine Daten über ihre eigenen Einwohner aus.
Gibt es ein Schweizer Gesetz, das die Erhebung 2026 verlangt? Nein. Das Gesetz ist zwar in Kraft, die Pflichten beginnen aber erst, wenn das Parlament die Liste der Partnerstaaten genehmigt hat. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) hält in seinen Fragen und Antworten zum AIA über Kryptowerte fest, dass 2026 keine Pflichten für die Schweiz bestehen und die Schweiz für das Kalenderjahr 2026 auch keine Kryptowerte-Daten aus dem Ausland erhält.
Warum fragen wir dann? Weil wir uns vorbereiten. Sobald das Parlament die Partnerstaaten genehmigt, haben Anbieter zwölf Monate Zeit, für jeden bestehenden Kunden eine steuerliche Selbstauskunft vorliegen zu haben. Die gesamte Nutzerbasis in diesem Zeitfenster abzufragen, ist unrealistisch. Wir fangen deshalb jetzt an, statt es später zu überstürzen.
Ist das erlaubt? Ja, und das Bundesamt sagt es ausdrücklich. Auf die Frage, ob Anbieter die Selbstauskunft in eigenem Ermessen und gestützt auf eigene vertragliche Grundlagen per 1. Januar 2026 so anpassen dürfen, dass sie bereits den Anforderungen des OECD-Melderahmens entspricht, antwortet das SIF mit einem Wort: Ja.
Gilt DAC8 für mich? Nein. DAC8 betrifft Relai EU SASU, unsere französische Gesellschaft, und deren Kunden. Mit Schweizer Kunden von Relai AG hat die Richtlinie nichts zu tun. Wenn du etwas anderes gelesen hast, war es falsch.
Unabhängig davon gilt: Deine Bitcoin gehören in die Steuererklärung, so wie bisher. Daran ändert der Meldestandard nichts.
Wo finde ich meine Steueridentifikationsnummer?
Auf deinen Steuerunterlagen. Die App zeigt dir den Namen und das Format, das in deinem Land gilt, und für die grössten Märkte gibt es eine eigene Erklärseite.
- Schweiz: die AHV-Nummer, im Format 756.0000.0000.00. Du findest sie auf deinem AHV-Ausweis, deiner Krankenkassenkarte und auf der Steuerveranlagung.
- Deutschland: die steuerliche Identifikationsnummer, elfstellig. Sie steht auf dem Steuerbescheid, der Lohnsteuerbescheinigung und im Brief des Bundeszentralamts für Steuern.
- Österreich: die Steuernummer deines Finanzamts. Sie steht auf dem Einkommensteuerbescheid und in FinanzOnline.
- Frankreich: das numéro fiscal de référence, dreizehnstellig, auf dem avis d’impôt.
Wenn du unsicher bist, welche Nummer gemeint ist, frag unseren Support, bevor du etwas einträgst. Eine falsche Nummer müssen wir später ohnehin zurücksetzen.
Was passiert, wenn ich meine Steuer-ID nicht angebe?
Für Kunden von Relai EU SASU: Nach zwei formellen Erinnerungen und einer Vorlaufzeit müssen wir Kauf und Verkauf sperren, bis die Nummer vorliegt. Wir kündigen das vorher per E-Mail an.
Wichtig dabei:
- Deine Bitcoin bleiben unberührt. Gesperrt sind nur Kauf und Verkauf, nicht dein Guthaben.
- Die Sperre ist reversibel. Sobald du die Nummer einträgst, sind Kauf und Verkauf sofort wieder möglich, ohne Neustart der App.
- An der Meldung selbst ändert das Zurückhalten nichts. Wir melden die Transaktionen aus 2026 in jedem Fall, dann eben unvollständig. Spät liefern bringt dir also nichts, es kostet dich nur den Zugang in der Zwischenzeit.
Ist meine Steuer-ID bei Relai sicher?
Sie liegt bei deinen übrigen Verifizierungsdaten und wird genauso behandelt. Rechtsgrundlage ist die Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung, in der EU Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe c DSGVO, in der Schweiz die entsprechende Bestimmung des revidierten Datenschutzgesetzes.
Wir verwenden die Nummer für die Steuermeldung und für die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen zur Geldwäschereibekämpfung. Für andere Zwecke nicht.
Und weil die Frage kommt: Deine Schlüssel bleiben deine Schlüssel. Relai ist non-custodial, vorher und nachher.
Ändert sich etwas an meiner Steuererklärung?
Nein. Deine Pflichten bleiben, wie sie sind. Du deklarierst deine Bitcoin weiterhin selbst, nach den Regeln deines Wohnsitzlandes.
Was sich ändert, ist die Informationslage der Behörden. In der EU sehen sie ab dem Steuerjahr 2026 automatisch, was du bei einem lizenzierten Anbieter gekauft und verkauft hast. Wer bisher unvollständig deklariert hat, sollte das mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater anschauen. Dieser Artikel ist keine Steuer- und keine Rechtsberatung.
Fazit
In der EU ist die Steuer-ID Pflicht, seit Anfang 2026, für jeden lizenzierten Anbieter. In der Schweiz ist sie es noch nicht, und wir fragen trotzdem, weil das Zeitfenster später zu knapp wird. Zwei Minuten in der App, und du hast es hinter dir.
Wenn dir etwas unklar ist, schreib unserem Support. Bei Fragen zu deiner persönlichen Steuersituation wende dich an eine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Muss ich meine Steuer-ID angeben, wenn ich in der Schweiz wohne?
Wir bitten dich darum, damit wir vorbereitet sind, wenn die schweizerischen Pflichten aktiv werden. Für 2026 wird über Schweizer Nutzer nichts gemeldet.
Meldet Relai meine Bitcoin an das Steueramt?
Für Kunden von Relai EU SASU werden Transaktionen ab 2026 an die französische Steuerbehörde gemeldet, die sie an dein Wohnsitzland weiterleitet. Für Schweizer Kunden von Relai AG gibt es für 2026 keine Meldung.
Warum wurde ich nicht nach meiner Steuer-ID gefragt?
Dann konnten wir sie aus dem Chip deines Ausweisdokuments lesen, das du bei der Verifizierung gescannt hast. In diesem Fall ist der Schritt schon erledigt.
Kann ich die Angabe überspringen?
Im Onboarding gibt es ein “Später erledigen”. Der Hinweis bleibt dann auf der Startseite stehen, bis die Nummer vorliegt. Für EU-Nutzer läuft dabei die Frist mit, an deren Ende Kauf und Verkauf gesperrt werden.
Was, wenn mein Land keine Steuer-ID ausstellt oder ich keine habe?
Melde dich beim Support. Es gibt Länder ohne TIN für Privatpersonen und Sonderfälle wie mitveranlagte Angehörige. Wir klären das im Einzelfall.
