Ja, du kannst Bitcoin als Unternehmen kaufen, und immer mehr Firmen tun genau das. Eine GmbH, UG oder AG darf Bitcoin halten wie jeden anderen Vermögenswert. Der Gedanke dahinter ist meist derselbe: Ein Teil der Reserven soll langfristig in einem Wert liegen, der keine Forderung gegen eine Bank oder einen Emittenten ist.
Bevor der erste Kauf ansteht, sind allerdings ein paar Punkte zu klären, von der Unternehmensbilanz bis zur Verwahrung.
In diesem Artikel erfährst du, wie weit die institutionelle Bitcoin-Adoption 2026 fortgeschritten ist, welche Regeln in EU und Schweiz gelten, was du zur Bilanzierung vorab klären solltest, wie du Firmengelder sicher verwahrst und welche Risiken dazugehören.
Bitcoin als Unternehmen kaufen: Warum die Bitcoin-Treasury 2026 zum Trend wird
Die Zahlen sind mittlerweile eindeutig. Laut bitcointreasuries.net halten börsennotierte Unternehmen am 31. August 2026 zusammen 1’263’590 Bitcoin, verteilt auf 198 Firmen. Bemerkenswert ist vor allem das Tempo: Die Zahl der börsennotierten Unternehmen mit mehr als 1’000 Bitcoin in der Bilanz stieg laut dem 2026 Look Ahead Report von Fidelity Digital Assets von 22 Ende 2024 auf 49 Ende 2025.
Ein wichtiger Auslöser war ein Bilanzierungsdetail in den USA. Nach dem Standard ASU 2023-08 dürfen amerikanische Unternehmen Bitcoin seit dem Geschäftsjahr 2025 zum Marktwert bewerten, statt nur Abschreibungen buchen zu können. Für deutsche, österreichische und schweizerische Abschlüsse gilt dieser Standard nicht. Er erklärt aber, warum die institutionelle Bitcoin-Adoption zuletzt vor allem jenseits des Atlantiks Fahrt aufgenommen hat.
Den Ton setzt dabei ein einzelnes Unternehmen. Strategy, bis 2025 als MicroStrategy bekannt, hält mit rund 840’447 Bitcoin gut zwei Drittel aller Bestände börsennotierter Firmen und hat damit vorgemacht, wie eine Bitcoin-Firmenreserve über Jahre systematisch aufgebaut wird. In DACH ist das Feld dagegen noch dünn besetzt: Grösster deutscher Unternehmenshalter ist die Bitcoin Group SE aus Herford mit rund 3’605 Bitcoin. Bitcoin als Unternehmen kaufen 2026 heisst also: Du bist im deutschsprachigen Raum früh dran, aber nicht mehr allein unterwegs.
Bitcoin für dein Unternehmen: Lohnt sich eine Firmenreserve in Bitcoin?
Eine belastbare Zahl dazu, wie viele KMU in DACH heute Bitcoin halten, existiert nicht. Es gibt aber eine repräsentative Bitkom-Befragung von 602 deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus dem Jahr 2025: 2 Prozent nutzen digitale Vermögenswerte bereits, rund 48 Prozent erwarten, dass diese innerhalb von zehn Jahren zum Standard gehören. Bitcoin für KMU ist damit keine Exotenfrage mehr, aber auch noch kein Normalfall. Und die institutionelle Bitcoin-Adoption grosser börsennotierter Konzerne sagt ohnehin wenig darüber aus, was für einen Handwerksbetrieb mit 30 Mitarbeitenden oder eine Agentur mit sechs Leuten vernünftig ist.
Ob Bitcoin für dein Unternehmen passt, hängt an zwei nüchternen Punkten. Der erste ist der Zeithorizont. Geld, das du in zwölf oder achtzehn Monaten für Löhne, Steuern oder Investitionen brauchst, gehört nicht in eine volatile Position. Der zweite Punkt ist die Frage, ob dein Abschluss einen Buchverlust verkraftet, ohne dass Kreditgeber oder Gesellschafter unruhig werden.
Wer Firmengelder in Bitcoin investieren will, fängt deshalb sinnvollerweise beim echten Überschuss an und nicht beim Betriebsmittelkonto. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, ist eine unternehmerische Entscheidung, die dir niemand von aussen abnehmen kann. Sie gehört in die Finanzplanung und idealerweise in einen dokumentierten Beschluss der Geschäftsführung oder des Verwaltungsrats.
Bitcoin als Unternehmen kaufen in der Schweiz und EU: Rechtliche Grundlagen
In der EU gilt seit Ende 2024 die Verordnung (EU) 2023/1114, besser bekannt als MiCA. Sie schafft einen einheitlichen Rahmen für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen, die dafür eine Zulassung als CASP benötigen. Die Übergangsfrist nach Art. 143 Abs. 3 MiCA für Anbieter mit alter nationaler Registrierung ist am 1. Juli 2026 ausgelaufen, in Deutschland bereits am 31. Dezember 2025. Dort hat das Kryptomärkteaufsichtsgesetz das frühere Kryptoverwahrgeschäft nach § 1 Abs. 1a KWG abgelöst. In Österreich setzt das MiCA-Vollzugsgesetz den Rahmen um, beaufsichtigt von der FMA.
Für dich als Unternehmen hat MiCA einen angenehmen Nebeneffekt: Du kannst nachprüfen, mit wem du es zu tun hast. Wer als Unternehmen reguliert kaufen will, findet zugelassene Anbieter im MiCA-Register der ESMA und in den Registern der nationalen Aufsichtsbehörden.
Die Schweiz steht aussen vor MiCA, hat aber ein vergleichbar strenges System. Finanzintermediäre müssen sich nach Art. 14 Abs. 1 GwG einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation anschliessen oder eine FINMA-Lizenz halten. Ob ein Anbieter wirklich Mitglied ist, prüfst du über die SRO-Mitgliedersuche der FINMA. Eine Schweizer AG oder GmbH, die Bitcoin ausschliesslich für sich selbst hält, braucht dagegen keine Bewilligung.
Für die Firmenprüfung beim Anbieter, das sogenannte KYB, halte diese Unterlagen bereit: aktueller Handelsregister- oder Firmenbuchauszug, Statuten oder Gesellschaftsvertrag, Ausweise der wirtschaftlich Berechtigten, Nachweis der Zeichnungsberechtigung sowie ein Mittelherkunftsnachweis.
Bitcoin-Bilanzierung für Unternehmen: Was du vorab abklären solltest
Die Bitcoin-Bilanzierung für Unternehmen ist der Punkt, an dem viele Projekte hängen bleiben, weil sie zu spät angesprochen wird. Kläre sie vor dem ersten Kauf.
In Deutschland ist das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 (IV C 1 – S 2256/00042/064/043) die aktuelle Grundlage. Es ersetzt das Schreiben vom 10. Mai 2022 und spricht durchgehend von Kryptowerten. Bitcoin gilt darin als nicht abnutzbarer Vermögensgegenstand. Ob er ins Anlage- oder ins Umlaufvermögen gehört, richtet sich nach Zweckbestimmung und Haltedauer, und diese Zuordnung hat Folgen. Bewertet wird zu Anschaffungskosten nach § 255 Abs. 1 HGB, wobei im Umlaufvermögen das strenge und im Anlagevermögen das gemilderte Niederstwertprinzip nach § 253 HGB greift. Im Anlagevermögen musst du also nur bei dauerhafter Wertminderung abschreiben.
In Österreich gelten die allgemeinen Grundsätze des UGB, die Körperschaftsteuer liegt seit 2024 bei 23 Prozent.
In der Schweiz ist die Lage entspannter. Nach Art. 960b OR darfst du Aktiven mit einem beobachtbaren Marktpreis zum Kurs am Bilanzstichtag bewerten, auch über den Anschaffungskosten, und nach Art. 960b Abs. 2 OR eine Schwankungsreserve bilden. Das ist ein Wahlrecht, das im Anhang offenzulegen ist. Die für Steuerzwecke relevanten Jahresendkurse publiziert die ESTV in ihrer Kursliste.
Nach IFRS existiert kein eigener Standard für Bitcoin. In der Praxis wird er meist als immaterieller Vermögenswert nach IAS 38 erfasst.
Das ist eine Orientierung, keine Beratung. Die Zuordnung im HGB-Abschluss, das Schweizer Bewertungswahlrecht und alle steuerlichen Folgen solltest du dir von deiner Steuerberatung, deiner Treuhand oder deinem Wirtschaftsprüfer schriftlich bestätigen lassen.
Self-Custody für Firmengelder: Warum das bei einer Bitcoin-Treasury zählt
Wenn ein Anbieter die Schlüssel hält, hält er dein Unternehmensvermögen. Geht dieser Anbieter in die Insolvenz, wird aus deinem Bestand im schlechtesten Fall eine Forderung im Insolvenzverfahren. Das ist keine Theorie: Mt. Gox meldete 2014 den Verlust von 850’000 Bitcoin, davon 750’000 aus Kundenbeständen, und beim FTX-Kollaps 2022 wiederholte sich das Muster.
Self-Custody dreht dieses Verhältnis um. Die Firma hält ihre eigenen Schlüssel, der Bestand steht in keiner fremden Bilanz. Für Unternehmen ist eine Multisig-Struktur dabei fast immer sinnvoller als eine einzelne Hardware-Wallet. Üblich sind 2-von-3- oder 3-von-5-Konstruktionen, bei denen die Schlüssel auf verschiedene Personen und Standorte verteilt werden. So kann niemand allein über das Firmenvermögen verfügen, und ein verlorener Schlüssel bedeutet keinen Totalverlust.
Was organisatorisch dazugehört: ein schriftlicher Beschluss darüber, wer zeichnungsberechtigt ist, ein dokumentiertes Vier-Augen-Prinzip und eine Nachfolgeregelung für den Ausfall eines Schlüsselträgers. Für den Abschluss brauchst du zudem nachvollziehbare Belege. Das BMF-Schreiben stellt ausdrücklich auf die Zurechenbarkeit ab, eine Blockchain-Adresse allein genügt nicht.
Frag einen Anbieter deshalb direkt: Wer hält die Schlüssel, wie ist die Verwahrung strukturiert, und was passiert mit dem Bestand, wenn der Anbieter ausfällt? Eine klare Antwort auf diese Fragen ist ein gutes Zeichen. Ausweichende Formulierungen über “sichere Verwahrung” ohne Angabe, wer tatsächlich verfügungsberechtigt ist, sind ein Grund, genauer nachzufragen.
Bitcoin als Unternehmen kaufen in 24 Stunden: So funktioniert Relai Business
Wer Bitcoin als Unternehmen kaufen will, ohne dafür eine eigene Infrastruktur aufzubauen, ist bei diesem Angebot richtig. Es richtet sich an kleine und mittlere Firmen, die Bitcoin in die Bilanz nehmen wollen. Der Ablauf hat drei Schritte: Du buchst ein Videogespräch, lädst die Unterlagen zu Firma, Mittelherkunft und wirtschaftlich Berechtigten hoch und kaufst nach der Freigabe über die Business Web App. Laut Relai lässt sich das Onboarding innerhalb von 24 Stunden abschliessen.
Der Einstieg ist ab 25’000 Euro oder Franken möglich. Die Gebühren sind volumenabhängig gestaffelt und beinhalten die gesamte Ausführung: ab 25’000 sind es 2 Prozent, ab 500’000 noch 1,5 Prozent und ab 1’000’000 nur noch 1 Prozent. Gehandelt wird über einen OTC-Desk mit Zugang zu mehr als 35 Handelsplätzen, begleitet von einer festen Ansprechperson.
Zwei Punkte, die bei einer Bitcoin-Treasury den Unterschied machen: Relai ist Bitcoin-only, und die Verwahrung ist non-custodial. Die Bitcoin landen in einer Wallet, die dein Unternehmen kontrolliert, Relai hält keine Kundengelder. Reguliert ist Relai EU SASU von der französischen AMF als CASP unter der Nummer A2025-006. Die Relai AG ist Mitglied der Selbstregulierungsorganisation VQF und damit indirekt der FINMA unterstellt.
Wenn du Bitcoin auf der Bilanz halten und dabei die Kontrolle über die Schlüssel behalten willst, kannst du bei Relai Business ein Erstgespräch buchen.
Risiken einer Bitcoin-Firmenreserve ehrlich benannt
Der Bitcoin Preis schwankt stark, und zwar in einem Ausmass, das in die Finanzplanung gehört. In den vier abgeschlossenen Marktzyklen lag der grösste Rückgang vom Hoch zum Tief im Schnitt bei rund 85 Prozent, im Zyklus 2021 bis 2022 bei etwa 75 Prozent. Wer Firmengelder in Bitcoin investieren will, muss einen solchen Verlauf im Jahresabschluss aushalten können.
Direkt daran hängt das Bilanzrisiko, das oft unterschätzt wird. Im deutschen Umlaufvermögen zwingt das strenge Niederstwertprinzip zur Abschreibung, und das Schweizer Wahlrecht nach Art. 960b OR macht das Ergebnis in beide Richtungen beweglicher.
Die operativen Risiken sind noch konkreter. Verlorene Schlüssel, eine Alleinzeichnungsberechtigung ohne Kontrolle oder eine fehlende Nachfolgeregelung sind für ein KMU gefährlicher als jeder Kursverlauf. Genau diese Punkte lassen sich vorab regeln, und zwar mit den Mitteln, die du aus dem normalen Geschäftsbetrieb kennst: ein Beschluss, der Zuständigkeiten festhält, eine saubere Dokumentation jeder Transaktion für den Abschluss und ein regulierter Anbieter auf der Gegenseite.
FAQ: Bitcoin als Unternehmen kaufen
Darf eine GmbH einfach Bitcoin kaufen und halten?
Ja. Eine GmbH, UG, AG oder Schweizer GmbH darf Bitcoin als eigenes Aktivum erwerben und halten, ohne eine Lizenz zu beantragen. Sinnvoll ist ein dokumentierter Beschluss der Geschäftsführung oder des Verwaltungsrats, der Zweck, Umfang und Zuständigkeit festhält.
Brauche ich eine Erlaubnis von BaFin, FMA oder FINMA?
Nein. Die Zulassungspflicht trifft den Anbieter, der die Dienstleistung erbringt, nicht das Unternehmen, das für sich selbst kauft. Erlaubnispflichtig würde es erst, wenn du selbst Bitcoin-Dienstleistungen für Dritte anbieten würdest.
Wie wird Bitcoin in der Unternehmensbilanz behandelt?
In Deutschland als nicht abnutzbarer Vermögensgegenstand im Anlage- oder Umlaufvermögen, bewertet zu Anschaffungskosten mit Niederstwertprinzip nach § 253 HGB. In der Schweiz erlaubt Art. 960b OR die Bewertung zum Kurs am Bilanzstichtag. Die konkrete Zuordnung klärst du vorab mit deiner Steuerberatung oder Treuhand.
Was kostet es, Bitcoin für KMU über einen Anbieter zu kaufen?
Bei grösseren Volumen sind gestaffelte Gebühren üblich. Bei Relai Business liegt der Einstieg bei 25’000 Euro oder Franken, die Gebühr beträgt dort 2 Prozent und sinkt ab 500’000 auf 1,5 Prozent sowie ab 1’000’000 auf 1 Prozent, jeweils inklusive Ausführung. Kleinere Beträge kaufst du über die normale Relai App ab 50 Euro oder Franken.
Custodial oder Self-Custody für eine Bitcoin-Treasury in der Schweiz?
Für eine Bitcoin-Treasury in der Schweiz gilt dasselbe wie in der EU: Bei eigener Verwahrung entfällt das Gegenparteirisiko vollständig. Mit einer Multisig-Struktur und einer klaren Zeichnungsregelung bleibt die Kontrolle im Unternehmen, ohne dass eine einzelne Person allein verfügen kann.
Haftungsausschluss: Die Relai EU SASU verfügt über eine Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen nach der MiCA-Verordnung, erteilt durch die französische Finanzmarktaufsicht AMF, und bedient auf dieser Grundlage Kundinnen und Kunden in der Europäischen Union. Kundinnen und Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz und in Liechtenstein werden von der Relai AG betreut, die als Finanzintermediär dem VQF angeschlossen ist, einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation nach Geldwäschereigesetz.
